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Johanna: Wo ist sie, die Welt?
Johanna: Hallo Welt!
Jolizazila: I've never been impressed so much.
JoHanna: "Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen." (I. Kant)
JoHanna: Und es geschah zu der Zeit, da das Nordlicht den orientalischen Himmel streichelte, dass die Sehnsucht der Endzeit in die Dinge fuhr:„Küss mich,” sprach zur Kippe die Lunte.
Pablo Valle: Hi, greetings from Spain!!...Very interesting things here....see you...
Camilla: Das neue Frauenmagazin GAZELLE will auf spezifische Probleme, Bedürfnisse und Interessen der in Deutschland lebenden Migrantinnen und deutschen Bürgerinnen eingehen und ihnen eine Plattform zum Austausch bieten, um somit einen Beitrag zum interkulturellen Verständnis und Zusammenleben zu leisten. Ziele: Ein verständnisvolles Miteinander, Offenheit für andere Kulturen und Denkweisen der deutschen und ausländischen Mitbürgerinnen fördern und entwickeln, Denkbarrieren gegenüber anderen Kulturen un
Martin Luther: Unser aller Leben steht täglich unter Gottes Toleranz. Er steht nicht mit der Keule hinter dir. Gott steht vor dir mit Muskatellerwein... Er trägt sich dir an zur Vergebung der Sünden, zur Versöhnung.
Jolizazila: Take care, it's fall. Thank you.
Sevy: Hi ----------- Have a super day !!!
april: Going 2 change my name this night!! NEbuddy interested in my new name??
Johanna: Dito; wie das Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung 4:34 erläutert.
Johanna: Ergänzung zum Thema "Frauen im Islam": Am Beispiel unterschiedlicher Übersetzungen des Koranverses 4:34 zeigt die Muslima Silvia Horsch auf, wie bedeutend und bedeutungsbestimmend das (geistige) Auge beim Verstehen doch ist.
Johanna: I added some quotings on mixing up certain ethnocultural habits with Islam.
Camilla: Hallo, Jo. Ich habe dem Kindererziehungstopic eine Fundstelle zur patriarchalischen Überlagerung des Islam (Ehre und Ehrenmord, Mädchenkeuschheit und FGM, Jungfräulichkeit und Hymenwiederherstellung) zugefügt. LG, C.
Akide: Warum nur Deppen ihre Frauen schlagen.
Johanna: Ergänzungen zum Thema Polemik.
Johanna: Neu zum Thema "Absolutheit": In der Religion kommt das Subjektive zur Ruhe und Gewissheit - 14.4.06 11:25. Siehe auch http://tinyurl.com/kdseh (Absolutheit).
Björn: Hallo. Hab was aus der Syllabus-Enzyklika von 1864 kopiert. MfG, B.
Rainbow: Time to go an a Easter Egg hunt !
Johanna: 2006-04-06: A violation of girls' and women's human rights: Female Genital Mutilation/Cutting.
Johanna: Neue Ergänzungen zum Thema "Kindesbild und Erziehung im Islam".
Johanna: Hello, april. Let me have a guess... Was it "March"??
Johanna: Ist friedliches Zusammenleben mit dem Wahrheitsanspruch der Religionen vereinbar?
Johanna: Kulturdialog statt Kampf der Kulturen.
april: Just having changed my monthly name. NEbuddy interested in my previous name?
Fabienne: Darin schien mir passend: Das Gott-Mensch-Verhältnis sei, so DUNS SCOTUS, nicht seinshaft-metaphysisch bestimmt, sondern voluntativ-liebend. LG
Fabienne: ZUSAMMENFASSUNG: Die Lehre von der "Belehrten Unwissenheit" des NIKOLAUS VON KUES (1401-1464) führt die Vernunft an die Grenzen des Wissens, dessen "Jenseits" sie, von ihm ergriffen, nichtwissend ergreift. Zwischen dem unentrinnbaren Scheitern des Verstandes und der drohenden Unvernunft bloßen Glaubens geht das Denken so den Weg einer negativen Theologie, die weiß, daß das, wovon sie nicht schweigen kann, sie zugleich zum Verstummen zwingt.
Fabienne: Hi. Habe Ihrem Glaubensbekenntnis einen Auszug aus Neuhaus, Peter: "An den Grenzen des Wissens: Die Docta Ignorantia des Nikolaus von Kues" angehängt.
Johanna: Muss mich in das Schlüsselthema "Angst und Religion" hineinknien.
Johanna: Um die Wahrheit wird hier gerungen, um die Wahrheit wird dort gerungen; überall wird um die Wahrheit gerungen, und man möchte fast glauben: Noch bevor wir sterben, wird die Wahrheit errungen sein. Sela! J.
Jo: Hanna, du bist so nass um die Blase. - Hanna: ?? - Jo: Blass um die Nase, Tschulligung. - Hanna: Mir ist so vollmondig... - Jo: Ebent. - Hanna: Es ist Vollmond... - Jo: Jaja. Und in einem Monat ist Ostern. - Hanna: Nach dem nächsten Vollmond... - Jo: Tscha. Es kommt eben alles wieder, was gegangen war. - Hanna: Uh - hu? Jo: Genau. Auch die Piepmätze tirilieren schon im verschneiten Geäst. Am hellichten Tag! - Hanna: Gack...
Jolizazila: Hi. Would N E buddy please tell me what's up with Mary Christmess?
Hanna: Es schneit. Weiße Kristalle schmiegen sich an meinen schwarzen Schal und vergehen unter meinem warmen Atem. - Möchte einen Schneeball in die Zweige über mir werfen, tu's aber nicht. Der tausendfältigen Schönheit wegen, die ich nicht zerdrücken mag.
Jolizazila: Hi. Nice to meet you.
Johanna: Es wird Zeit, dass ich mich weiterentwickele.Aber gesetzt, meine Freunde und meine Gegner kämen nicht mit mir mit, blieben als Freunde oder als Gegner der alten Johanna treu - würde es mich in solch komplizierten Verhältnissen zerreißen?
Johanna: Hi Anna. All the best for you and all the people in the middle of this catastrophe caused by Katrina. Don't drop down your confidence. My thoughts are with you. Take care. Johanna
venom75: Thanks for the comment you left in my hurricane post.
venom75: Just stopping by to say hi.
Johanna: Hi Eric. Thanks for your hello. I just visited your journal. I like it. Regards, Johanna.
eric: just drop in to say hello!
Johanna: Nunmehr als Mirror auf Johanna-Webprojekte.de: Dittmar online - Psychologie: Leben, Glauben, Religion, Gott und der Rest der Welt. Danke, Volker Dittmar. J.

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26.2.06

22:01

Kindesbild und Erziehung im Islam

I Das Gros der erziehlichen Handlungen wird ja unreflektiert vorgenommen und bleibt auch unreflektiert. Im Blick auf eine gewohnte oder erwünschte Ordnung im Zusammenleben der Familie und auf ihre Einbettung in ihr soziales Umfeld sind sie den Handelnden selbstverständlicher Ausdruck ihrer Werthaltungen. Im Falle des Konflikts, der Krise oder des Umbruchs, wenn nämlich die Selbstverständlichkeit und Alltäglichkeit des Handelns in Frage steht, werden die Handlungsgrundlagen, die Lebensprinzipien, das gelebte Menschenbild, die Erziehungsgrundsätze und -ziele mehr oder weniger deutlich ins Bewusstsein gehoben. Dies dürfte in jedem Falle auf die Erziehung von jungen Menschen in der Reifezeit zutreffen. II Der Einfluss der Erziehung auf die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen ist nicht exklusiv; Erziehung hat es immer auch zu tun mit der Eigendynamik der jungen Seele, die gerade in der Reifezeit in dem mehr oder weniger heftig erwachenden Wunsch nach einer verlässlichen und erfüllenden Liebesbeziehung einen starken Auftrieb bekommt. Damit geht aber notwendigerweise eine Ablösung aus der Geborgenheit der elterlichen Familie und der in ihrem Rahmen einzig möglichen autoerotischen Befriedigung sexueller Bedürfnisse einher. Die Frage, wie sich die erzieherischen Instanzen auf die Sehnsucht des jungen Menschen nach leiblich und seelisch erfüllender Nähe zu einem geliebten Du einstellen, dürfte von zentraler Bedeutung für die Orientierung und für das Gelingen der psychosozialen Entwicklung eines jungen Menschen sein. Das gilt vor allem für die Einstellung der Erziehung auf die Diskrepanz zwischen geistig-seelischer Reife einerseits und der ihr vorauseilenden körperlich-physiologischen Entwicklung, in der Regel verknüpft mit sexueller Beunruhigung und Triebverstärkung, andererseits. (Dass ich die geistig-seelische Reife eines Menschen an den Anforderungen und Angeboten messe, die in einer facettenreichen, pluralistischen, nichtpatriarchalischen Gesellschaft an seine Fähigkeit zur Teilhabe und verantworteten Selbstständigkeit gerichtet sind, sei vorsorglich erwähnt.) III Nach allem, was ich gehört und gelesen habe, liegt Muslimen eine Antwort auf diese Frage nahe, die unter den Stichworten "Frühehe" und "Zwangsverheiratung" oft auf Unverständnis und Kritik stößt. Ich versuche, sie zu verstehen. a) Es gilt das islamische Prinzip: Kein Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe! b) Nun hat aber schon das Kind Sexualität und mehr oder weniger starke sexuelle Bedürfnisse. c) Daher soll so früh wie möglich eine Ehe eingegangen werden. d) Solange noch nicht die Fähigkeit entwickelt ist, die Entscheidung für eine lebenslange Bindung eigenverantwortlich zu treffen, muss die Entscheidung über den Zeitpunkt und die konkrete Partnerwahl vormundschaftlich getroffen werden. e) Die eheliche Lustbefriedigung ist gottgefällig genau dann, wenn sie gegenseitige Achtung und Verantwortung zur Grundlage hat (also keinesfalls ein Benutzungs- oder Ausbeutungsverhältnis). f) Daher ist der Setzung, dass eine Ehe so früh wie möglich zu schließen ist, als Schranke beizufügen, dass zumindest der Möglichkeit nach die Fähigkeit entwickelt sein muss, sich auf einen (gleichberechtigten) Partner dauerhaft und verantwortungsvoll einzustellen. IV Sollte ich den muslimischen Denkansatz nicht völlig falsch verstanden haben und sollte er maßgeblich sein für ein islamisches Erziehungskonzept, liegt mir zum Kindesbild des Islam eine Verständnisfrage am Herzen. Ich möchte aber etwaige Stellungnahmen und Korrekturen abwarten. Auch bin ich mir nicht im klaren darüber, inwieweit das islamische Idealkonzept für die Reifezeit ethnokulturelle und gesellschaftsspezifische Differenzierungen enthält oder zulässt.
4 ↗ Kommentare, Ergänzungen.

Posted by Johanna:

I.
Einerseits sehe ich in den kleinkindlichen "Doktorspielen" keinen wesentlichen Unterschied zu Handlungsspielarten erwachsener Sexualität. Jedenfalls hätte ich kein Verständnis für die Auffassung, die Sexualität sei auf die Erzeugung von Nachwuchs beschränkt und habe mit Neugier und Freude in Beziehung zum eigenen Leib und zu dem eines anderen Menschen nichts zu tun.
Auch der Sexualitätsbegriff Freuds umfasst unendlich mehr als nur den "Sex". Dass er sich mit den Bedürfnissen des Menschen nach urtümlichem sozialem Kontakt unter pathologischem Aspekt befasst hat, ist aus dem pathogenen Potential seines soziokulturellen Umfeldes, dem Viktorianismus, zu erklären, in dem der Mann in seiner Sexualität als Zeugungs- und die Frau in der ihren als Gebärapparat galt, ohne Recht und Aussicht, die eigene Leiblichkeit und die eines anderen reinen Gewissens als eine Quelle hohen Glücksgefühls zu betrachten, geschweige denn zu ergründen.
Wie ich bereits zu erzählen wusste:

Eva und Adam sitzen entspannt auf einem Baumstamm am Tigris und lassen ihre Füße vom strömenden Nass umspülen. Ein Fischlein nippelt zu Evas Entzücken an den Kuppen ihrer Zehen. Adam findet seine Gespielin, wie sie juchzend die Augen schließt und ihre geöffneten Lippen in die frühe Abendsonne hebt, reizender als je zuvor und beschließt, sie und sich durch gelegentliches Zeh-Nippeln zu erfreuen.

Der dem Leib als etwas von Gott Erschaffenem misstrauende Christ legt es sich beispielsweise so zurecht:
Als Eva den Adam zum ersten Mal berührte - so sah es Anna Katharina Emmerich -, war es keine Sünde, aber es wurde finsterer um die beiden.

Durch solche Sondergläubigkeit dürfte noch niemand in den Himmel gekommen sein, mancher aber in Teufels Küche auf Erden, sprich in krankmachende Bedrückung.

Andererseits sehe ich, dass der Mensch, ob erwachsen oder Kind, auch solche intimen leibbezogenen Bedürfnisse und Erwartungen hat, die nicht sexueller Art sind. Ich habe nie akzeptiert, dass das basale Bedürfnis nach Körperkontakt im Reden von "erogenen Zonen" sexualistisch verkürzt und auf das Sexuell-Technische verkürzt wurde. Ich möchte den Menschen in seiner männlichen und weiblichen Version strikt unterschieden wissen von Aladins Wunderlampe, aus der etwas Glückbringendes herauskommt, wenn man nur an ihr rubbelt. Von Geburt an "schreit" unsere Haut nach der verlässlich bergenden, paradiesischen Nähe eines weichen, warmen, lebendigen Körpers. Das hat in der Tat nichts mit Fortpflanzung zu tun, sondern mit der notwendigen "Richtigkeit" unseres Lebens- und Selbstwert-Gefühls.


II.
Dass sich auf Kinder auch manche kranke und verbrecherische Phatasien und Übergriffe richten, kann kein Grund sein, den Gedanken an die Existenz kindlicher Sexualität zu verwerfen. Falls wir dennoch nicht von kindlicher Sexualität, sondern von kindlich neugierigem Spiel sprächen, änderte das nichts daran, dass Kinder missbrauchsgefährdet sind. Das Gegenteil könnte der Fall sein: eine Verharmlosung des Kindesmissbrauchs als eines Spiels mit dem Kind als Spielpartner.


III.
Unabhängig von unserer Terminologie sollten wir unser Erfahrungswissen nicht verdrängen. Energie, die auszudrücken einem Menschen unmöglich gemacht worden ist, verursacht Unbehagen. Ein Kleinkind, das unter zivilisierten Beschränkungen aufwächst (Kinderwagen, Laufstall, Babystuhl, Laufgurt statt Aufgehobensein beim mütterlichen Körper), «entdeckt [...] bald, dass der unbehagliche Überschuss sich zum Großteil in seinem Genital konzentriert und dass es, indem es dieses weiter erregt, die Überschussenergie im Rest des Körpers dazu bringen kann, dort hineinzufließen, bis genügend Druck angestaut ist, um Erleichterung zu bewirken. Auf diese Weise wird die Masturbation zum Sicherheitsventil für überschüssige, während der täglichen Aktivitäten eines Kindes nicht verbrauchte Energie». (Liedloff, Jean : Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. (The Continuum Concept.) München: Beck, (1980) 2005. S. 194 f.)


IV.
Von sich aus, naturgemäß, erlebt das Kind im Säuglingsalter und davor seine Leiblichkeit als "richtig". Von der Widerspiegelung in seiner sozialen Umgebung hängt es ab, ob es dabei bleibt. Ob das Kind sein beseeltes körperliches Selbst als ganzheitlich gewürdigt empfinden kann oder etwa der Nötigung ausgesetzt ist, sein Lustempfinden und Luststreben als etwas Unerwünschtes oder Abgelehntes auszugrenzen, bedeutet viel für die Entwicklung eines Bewusstseins der eigenen Würde als heiler Mensch, als wohlgeschaffenes Geschöpf, als liebenswerte(r) Liebende(r) in der Beziehung zu einem ebenfalls würdevollen, wohlgeschaffenen, liebenswerten Du. Wer als Kind gelernt hat, dass seine Leiblichkeit in Teilen tabu, bä-bä oder Sünde ist, der wird es als reifer Mensch nicht leicht haben, die Heimat, aus der er teilweise ausgetrieben wurde, ganz wiederzugewinnen; manche behalten lebenslange Narben oder offene Wunden in der Wahrnehmung ihres Selbstwerts.


Wie wir sehen, lässt sich die Frage der Leiblichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität nicht aus der Frage ausklammern, die mir eigentlich unter den Nägeln brennt: nach dem islamischen Erziehungsideal und nach den entsprechenden Erziehungsstilen.

07.4.06 @ 7:13

Posted by Johanna:

Zur Frage der kindlichen Sexualität: Auf Grund eigener lebensgeschichtlicher Rückschau, auf Grund von Gesprächen mit Erwachsenen und Heranwachsenden, auf Grund von Erinnerungen an die Kindheit meiner Tochter und auf Grund von Beobachtungen bei meinem Enkelsohn sehe ich es als völlig haltlos an, die Kindheit als asexuelle Zeit anzusehen. Diese Ansicht halte ich, die ich die Sexualtheorie Sigmund Freuds nicht vollständig und nicht vorbehaltlos übernehme, für einen folgenreichen, weil häufig seelenverbiegenden Fehler. Die Sexualität des Erwachsenen ist das Endprodukt eines komplexen Entwicklungsprozesses, der in der Kindheit ansetzt. Ignoriert die Erziehung diese Ansätze, tabuisiert sie sie oder verteufelt sie sie gar, dann behindert sie die Entwicklung zur psychosexuellen Reife, die ein Erwachsener haben kann, mit der Folge, dass die Persönlichkeit auch in anderen zentralen Teilaspekten infantil bleibt.

Wer von der Sexualität des Kindes spricht, sieht sich besonders seit einem Vierteljahrhundert schnell dem Verdacht oder Vorwurf ausgesetzt, er rede der "Verführung und Sexualisierung" von Kindern das Wort(siehe pro familia: "lieben - kuscheln - schmusen"). Diskriminierung des Redens über Tabuisiertes bestimmt die (Un-)Kultur des Diskurses wesentlich mit; schlimmer: sie beeinträchtigt die Weiterentwicklung pädagogisch-psychologisch angemessener Praxis.

Da ja auch zu fragen ist, wie sexuell kindliche Sexualität denn sei. weise ich auf einen Aufsatz von Ina-Maria Philipps hin.
Übrigens kann man sich für den Einstieg auch getrost des einschlägigen Wikipedia-Artikels "Kindliche Sexualität" bedienen.


Zur Frage der Eigenständigkeit der Entscheidung über die konkrete Partnerwahl und deren Zeitpunkt: Ich kann die Entscheidung eines zum Zeitpunkt ihrer Verheiratung die zweite Klasse besuchenden Mädchens nicht anerkennen, vor allem da sie getroffen wurde, um dem Vater keine Schande zu machen, was, wie mir die Brüder erzählten, diesen im übrigen sehr wahrscheinlich dazu gebracht hätte, die Tochter zu erschlagen.
Die Definition dessen, was unter einer Meinungsäußerung der Braut zu verstehen sei, ist äußerst weitgehend und somit fragwürdig:

SAHIH BUKHARI, BOOK 62: Wedlock, Marriage (Nikaah)
Volume 7, Book 62, Number 67:
Narrated Abu Huraira:
The Prophet said, "A matron should not be given in marriage except after consulting her; and a virgin should not be given in marriage except after her permission." The people asked, "O Allah's Apostle! How can we know her permission?" He said, "Her silence (indicates her permission)."
Volume 7, Book 62, Number 68:
Narrated 'Aisha:
I said, "O Allah's Apostle! A virgin feels shy." He said, "Her consent is (expressed by) her silence."

Ich habe als Kind zu so vielen mich überfordernden oder kränkenden Fragen und Anträgen geschwiegen, dass ich mir im nachhinein noch energischst verbitte, mein eingeschüchtertes Verhalten als Zustimmung zu interpretieren. Darf ich dies auch stellvertretend für jede Jungfrau in ähnlicher Lage sagen? Ich tu's. Für sexuelle Beziehungen soll der Grundsatz der sexuellen Selbstbestimmung, und zwar hinsichtlich der Fähigkeit zu ihr und hinsichtlich ihrer Faktizität, gelten. Diesen Grundsatz mache ich gegen jede tatsächlich existierende oder erdenkliche Kultur auf der Welt geltend, die anderslautende Gestattungen enthielte.

07.4.06 @ 7:49

Posted by Johanna:

MEMRI Special Dispatch - 6. April 2006
Frauen zwischen Tradition und Modernisierung (III):
Ägyptische Gelehrte diskutieren im kuwaitischen Fernsehen über Beschneidung
Landläufig gilt die Beschneidung in Ländern wie Ägypten, wo bis heute der größte Teil der muslimischen aber auch der christlich-koptischen Mädchen verstümmelt wird, als religiöses Gebot. Obwohl KritikerInnen des Brauchs darauf verweisen, dass es sich um eine vorislamische Praxis handele, wird die Beschneidung von vielen orthodoxen Religionsvertretern verteidigt. Sie sei, so eines der zentralen Argumente, notwendig zum Erhalt von Sitte und Moral in der Gesellschaft. Trotz vieler Versuche von NGOs und auch Staatsführungen, gegen die Beschneidung vorzugehen, halten große Teile der Bevölkerung in afrikanischen Staaten, wo sie vor allem praktiziert wird, an diesem Brauch fest.
[Differenziert wird dabei häufig zwischen verschiedenen Formen der Beschneidung, die vom Anritzen der Klitoris bis zur vollständigen Entfernung von Klitoris und inneren Schamlippen sowie dem Zusammennähen der äußeren Schamlippen (Pharaonische Beschneidung) reichen. Meist wird sie nicht von Ärzten oder Ärztinnen sowie mit Instrumenten wie Rasierklingen und ohne Narkose durchgeführt.]
[MEMRI dokumentiert] Ausschnitte aus einer Sendung des kuwaitischen Fernsehens, in der über die Beschneidung debattiert wird. Teilnehmer der Diskussion sind Dr. Muhammad Wahdan, Dozent an der Al-Azhar Universität in Kairo sowie die ägyptische Universitätsdozentin für islamisches Recht, Dr. Malika Zarrar. Ausgestrahlt wurde die Sendung am 28. März 2006 von Al-Rai TV.


Dr. Muhammad Wahdan: Einmal rief mich ein Mädchen an [...] und sagte: "Wenn ich mit der U-Bahn fahre und enge Jeans trage...". Die U-Bahn in Ägypten rüttelt ja so stark [...]. Sie meinte: "Das erregt mich dann sehr, was soll ich tun?" [...] Ich habe einen Arzt gefragt, der mir sagte, dass die Klitoris dieses Mädchens wohl sehr hoch sitze und ein kleiner Teil abgeschnitten werden müsse. [...]
Wir müssen alle Mädchen zu einem muslimischen Arzt bringen, der darauf spezialisiert ist und bestimmt, ob sie eine Khifadh-Beschneidung brauchen oder nicht. Wenn ein Mädchen eine Beschneidung benötigt, sollten wir sie durchführen, und falls sie es nicht braucht, dann sollten wir es lassen. Soll ich etwa einen islamischen Brauch und ein Gesetz Gottes leugnen? [...]

Dr. Malika Zarrar: Der Prophet Muhammed hatte vier Töchter. Haben Sie je davon gehört, dass er eine von ihnen beschneiden ließ? [...]

Dr. Muhammad Wahdan: Das islamische Forschungszentrum der Al-Azhar-Universität veranstaltete am 14. November 1994 eine Tagung zur Beschneidung von Frauen - und ich habe den Beschluss hier bei mir, falls jemand eine Kopie haben will. Das war nachdem CNN einen Bericht über ein Mädchen in Ägypten ausgestrahlt hatte, das auf brutalste Art beschnitten wurde... Dieser Bericht hat die Angelegenheit erst in die Öffentlichkeit gebracht, weil der Westen uns seine Kultur und Philosophie aufzwingen möchte... Das Forschungszentrum, also die höchste religiöse Autorität der islamischen Welt, kam zu dem Schluss, dass die Beschneidung von Frauen, die Khifadh-Beschneidung, im Islam legal ist und nicht verboten oder als Verbrechen betrachtet werden darf.
[...]
Moderatorin: Haben Sie Töchter?

Dr. Muhammad Wahdan: Ich habe keine Töchter. Ich wünschte, ich hätte welche.

Dr. Malika Zarrar: Gut, dass Sie keine haben.

Dr. Muhammad Wahdan: Wenn ich eine Tochter hätte, würde ich sie beschneiden lassen. [...] Im Jahr 2001 führte das Zentrum für Bevölkerungsforschung der Al-Azhar-Universität eine Untersuchung über die Keuschheit ägyptischer Mädchen und den Zusammenhalt der ägyptischen Familie durch. Sie nahmen eine repräsentative Stichprobe der ägyptischen Gesellschaft und legten Kriterien zur Bestimmung der Keuschheit ägyptischer Mädchen fest. Das erste Kriterium war die Khifadh-Beschneidung der Mädchen, das zweite ihre Sittsamkeit. Beim dritten Kriterium ging es darum, wie Mütter das Verhalten ihrer Töchter bewerten. Und als letztes um die Einhaltung der Gebete. [...]

Moderatorin: Wird denn das Mädchen gefragt, ob es beschnitten werden möchte oder nicht?

Dr. Muhammad Wahdan: Nein. Wir fragen den Arzt und der entscheidet.

[...]

Moderatorin: Was ist also mit dem Willen des Mädchens?

Dr. Muhammad Wahdan: Was meinen Sie?

Moderatorin: Was ist, wenn sie sagt: Ich möchte nicht beschnitten werden. Was passiert dann?

Dr. Muhammad Wahdan: Sie ist frei, das ist kein Problem.

Moderatorin: Aber ist das in Wirklichkeit so?

Dr. Muhammad Wahdan: Mir geht es nicht um die Realität. Ich spreche davon, wie die Dinge sein sollten.

Moderatorin: Sie sind ein religiöser Scheich der Al-Azhar Universität, da können Sie doch nicht sagen, dass es Ihnen nicht um die Realität geht.

Dr. Muhammad Wahdan: Die Realität ist ein Fehler. Wir müssen sie korrigieren. [...] Sehen Sie, in Ägypten gibt es viereinhalb Millionen alte Jungfern. Dass sind Frauen, die das 30. Lebensjahr erreicht haben, ohne jemals einen Heiratsantrag erhalten zu haben. Wir haben also ein Jungfernproblem in der arabischen Welt und das Letzte, was wir wollen ist, dass sie sexuell erregt sind. Eine Beschneidung macht die Mädchen, bei denen sie erforderlich ist, keusch, würdig und rein.

____________________________________________________________

[Hervorhebungen von mir, J.]
07.4.06 @ 7:53

Posted by Camilla:

«Die als "Ehrenmorde" bekannten Tötungsdelikte sind in Ägypten und der arabischen Welt weit verbreitet. Für die Wiederherstellung der Ehre werden in Ägypten jährlich etwa 1000 Frauen ermordet, das belegen Studien eines Frauenforschungszentrums in Kairo. Dabei genügt in den meisten Fällen schon der Zweifel an der Unversehrtheit des Hymens für die Tat.»
Die Frauenrechtlerin Iman «Baybers erklärt, in der ägyptischen Familie bestimmten Väter, Brüder und Onkel über den Körper der weiblichen Familienmitglieder, deren Jungfräulichkeit quasi als familiärer Besitz betrachtet würde. Sie fühlten sich verpflichtet, die Frauen in ihrer Familie zu schützen und in ihrer Freiheit einzuschränken. Häufig resultiere daraus die Beschneidung der Mädchen, sobald diese die Geschlechtsreife erlangten. So wolle man das Aufkommen jeglichen sexuellen Verlangens bereits im Keim ersticken.
Hier vermische man islamischen Glauben mit religionsfremden Sitten. Iman Baybers betont, wie wichtig die öffentliche Auseinandersetzung mit den Inhalten der Werte "Ehre" und "Jungfräulichkeit" sei. Schließlich bedrohten operative Eingriffe wie Beschneidungen, Abtreibungen und Wiederherstellung des Hymens die körperliche und seelische Gesundheit der arabischen Frauen.»

Qantara.de

20.4.06 @ 5:02

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